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Preis für Astrophysikalische Software 2020

Prof. Dr. Til Birnstiel erhält den Preis für Astrophysikalische Software 2020 für die von ihm entwickelte Software zur Modellierung der zeitlichen und räumlichen Entwicklung von Staub in planeten-bildenden Scheiben.
Preis für Astrophysikalische Software 2020

Prof. Dr. Til Birnstiel (Photo: Christoph Hohmann, LMU München)

 

Junge Sterne und die sie umgebenden Scheiben sind aus interstellarer Materie aufgebaut, die zunächst nur sehr kleine, höchstens mikrometergroße Staubteilchen enthalten. Til Birnstiel entwickelte Simulationen, die das Wachstum von Staubteilchen über mehrere Größenordnungen in der Masse beschreiben und die Mechanismen untersuchen, die sie in der Scheibe verteilen und transportieren.

Seine Computerprogramme der Dynamik und Entwicklung von Staubteilchen in Scheiben haben einen großen Einfluss auf das Verständnis der Planetenbildung und sind die am weitesten verbreiteten in diesem Feld. Ihm und seinem Team gelang es, dass sie nicht nur die komplexe zugrunde liegende Physik widerspiegeln, sondern auch flexibel genug sind, um für die Interpretation von Beobachtungsdaten anwendbar zu sein.

Til Birnstiel promovierte 2010 am Max-Planck-Institut für Astronomie. Danach forschte er als Postdoktorand am Exzellenzcluster Universe der LMU München, am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge und am MPIA in Heidelberg. 2017 nahm er den Ruf auf eine Professur für Theoretische Astrophysik an der LMU München an, wo er eine ERC-geförderte Forschungsgruppe zur Planetenentstehung leitet.